Kunst & Kultur

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, einige herausragende Künstlerinnen und Künstler unserer Einheitsgemeinde näher vorstellen.
Beginnen möchten wir mit der bekannten Jerichower Künstlerin Frau Luise Winkelmann.

 

Frau Winkelmann zu Besuch im Bürgerhaus Jerichow
Frau Winkelmann zu Besuch im Bürgerhaus Jerichow

 

"LUISE WINKELMANN
  EINE AUßERGEWÖHNLICHE FRAU

     Das Attribut Künstlerin beschreibt einen Menschen in einer gewissen eingeschränkten Weise, trifft aber bei Weitem keine Gesamtaussage über ihn. Erst wenn der Mensch eine Bereicherung im Leben anderer darstellt, ist er wertvoll und in sich außergewöhnlich. Bei Luise Winkelmann vereinigt sich künstlerisches Können mit positiver menschlicher Ausstrahlung, die Lebendigkeit erzeugen und Mut machen. Das Gründungsmitglied und die heutige Ehrenvorsitzende des Genthiner Kunstvereins ist mithin bekannt im Land zwischen Elbe und Havel, begründet durch ihre künstlerischen Arbeiten auf dem Gebiet der Malerei und der Dichtkunst. Wer Luise Winkelmann darüber hinaus näher kennenlernt, erfährt eine Frau mit großem Herzen, an Jahren gereift, doch im Geist jugendlich. Von der Schöpfung und der Natur wahrlich gut bedacht, weiß sie diese Vorteile zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen. Geboren wurde sie 1922 im Erzgebirge. Vor dem Hintergrund des väterlichen Holzbetriebes war der berufliche Weg der Tochter vorgezeichnet. Nach dem Besuch der Wirtschaftsschule begann die Arbeit im Büro des Familienunternehmens. Obwohl das Talent zum Malen und Schreiben in die Wiege gelegt wurde, sollte es noch mehr als ein halbes Leben dauern, bis sie diese Neigungen ausleben konnte. Viele Jahre - so resümiert sie heute - lebte sie im Schlepptau ihres Ehemannes. Als Frau des ärztlichen Direktors des Fachkrankenhauses Jerichow hatte sie ein gutes Auskommen. "Nach dem Tod meines Mannes begann mein persönlich interessantes Leben", bekennt sie heute freimütig. Über viele Jahre besuchte sie Lehrgänge und Seminare für Malerei und Graphik, zeitgleich für Mal- und Gestaltungstherapie an Instituten in Dresden, Leipzig und Berlin. Das erlangte Wissen verarbeitete sie auch in lyrischen Texten "Hilfe - Maltherapie" und als Kunsttherapeutin für psychisch Kranke in der Jerichower Klinik. Sie holte alles nach, was der Vater ihr einst verwehrte. Schon als junges Mädchen wollte sie zur Kunstgewerbeakademie Chemnitz. Neben der Veröffentlichung lyrischer Texte und Gedichte ist heute die Malerei ihre große Leidenschaft. Dabei steht die Landschaft an den Ufern der Elbe häufig Pate. Die Schönheit der Weite hat Luise Winkelmann schätzen gelernt. Ihr jüngstes Projekt mit dem Kunstverein Genthin ist den Kindern der Region gewidmet. Sie lernen spielerisch unter Anleitung von Künstlern sich auszudrücken und entdecken die Freude an der Malerei."

(Quelle:
Bürgerportraits - Ausgabe Sachsen-Anhalt 2009. Band I.
Vorwort: Friedrich von Bismarck, Verlag: Lipsia Präsenz-Verlag, S. 840.)
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Hier einige ihrer wunderschönen Bilder:

Kloster - Elbniederung mit Blick auf Kloster
Kloster - Elbniederung mit Blick auf Kloster

Kloster - Innenraum
Kloster - Innenraum

Kloster - Kapitell Krypta
Kloster - Kapitell Krypta

Kloster - Kapitell mit Tiersymbolik
Kloster - Kapitell mit Tiersymbolik

Kloster - Kreuzgang Ostflügel
Kloster - Kreuzgang Ostflügel

Kloster - Ostansicht
Kloster - Ostansicht

Kloster - Sommerrefektorium
Kloster - Sommerrefektorium

Kloster - Südflügel des Kreuzganges
Kloster - Südflügel des Kreuzganges


Anmerkung des Red. (U. Krause):

Sehr geehrte Frau Winkelmann, an dieser Stelle noch einmal vielen herzlichen Dank für das nette Interview, das ich mit Ihnen führen durfte, auch für die von Ihnen zur Verfügung gestellten Bilder, Graphiken, Textauszüge und Gedichte. Wir wünschen Ihnen auch weiterhin viel Freude am Leben und künstlerische Schaffenskraft.

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"An der Elbe

Weiß legt sich Winter auf's Land.
Flockenweich
Ein Vogelschrei,
Wispern im Strauch,
Stille.

Sonne im frostigen Dunst.
Graue Schwaden über dem Tal.
Wasser wie flüssiges Blei.
Natur hält den Atem an."

(Quelle:
Luise Winkelmann. Das zweite Gesicht. GEDICHTE.
- Oschersleben: dr. ziethen verlag, 2002, S. 43.)